Steuerausschöpfungsquoten der Kantone gemessen am Ressourcenpotenzial

Analyse der einzelnen Ergebnisse

Die Steuerausschöpfungsquoten lassen sich wie folgt interpretieren:

  • Die Unterschiede in der Steuerbelastung zwischen den Geber- und Nehmerkantonen sind 2016 praktisch verschwunden.
  • Die Gewinne der juristischen Personen werden deutlich weniger ausgeschöpft als die Einkommen der natürlichen Personen.
  • Die durchschnittlichen Steuerausschöpfungsquoten der Gewinne der juristischen Personen liegen bei den Nehmerkantonen seit rund 4 Jahren deutlich unter denjenigen der Geberkantone. Die Nehmerkantone schöpfen die Gewinne der juristischen Personen 2016 zu 15% aus, während dem die Geberkantone eine Ausschöpfungsquote von gut 20% aufweisen.
  • Die durchschnittlichen Steuerausschöpfungsquoten der Einkommen der natürlichen Personen der Nehmer- und Geberkantone haben sich seit einigen Jahren angenähert. Betrug die Differenz der Ausschöpfungsquote der Nehmer- und Geberkantone 2008 rund 3,5 Prozentpunkte, beträgt die Differenz 2016 noch 1,5 Prozentpunkt (2015: 1,8 Prozentpunkt).

Ausführungen zur Berechnungsmethode der EFV und der Konferenz der NFA-Geberkantone

Die Berechnungsmethoden der EFV und der Konferenz der NFA-Geberkantone sind bezüglich der gesamten Steuerausschöpfungsquoten gleich und beziehen sich auf die Referenzjahre 2008-2016. Dabei werden die effektiven Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden gemäss der Finanzstatistik der EFV ins Verhältnis zu deren Ressourcenpotenzial gemäss nationalem Finanzausgleich gesetzt. In die Berechnung für das Referenzjahr 2016 gehen konkret zum einen der Mittelwert aus den effektiven Steuereinnahmen 2010-2012 des Kantons und seiner Gemeinden und zum anderen das im Rahmen der Berechnungen für den nationalen Finanzausgleich ermittelte Ressourcenpotenzial für das Referenzjahr 2016 ein (Dreijahresdurchschnitt der Aggregierten Steuerbemessungsgrundlage mit einer vier- bis sechsjährigen Verzögerung, 2010-2012). Das Ressourcenpotenzial widerspiegelt das wirtschaftliche Potenzial der Steuerpflichtigen und damit die Wirtschaftskraft der Kantone.

Die gesamte Steuerausschöpfung ist im Vergleich zu 2016 um 1 Prozentpunkt gesunken. Die Abnahme ist zu einem grossen Teil auf eine technische Anpassung bei der Berechnung des Ressourcenpotenzials zurückzuführen. Für die neue Beitragsperiode 2016-2019 wurden die Gewichtungsfaktoren angepasst. So wurde der Alpha-Faktor neu berechnet. Der Alpha-Faktor gibt vor, zu welchem Anteil die Reinvermögen der natürlichen Personen in das Ressourcenpotenzial einfliessen. Im Vergleich zur vorherigen Beitragsperiode hat sich der Alpha-Faktor von 0,8 auf 1,5 praktisch verdoppelt. Die Anpassungen bei den Beta-Faktoren fielen hingegen gering aus. Die Beta-Faktoren bestimmen die Gewichtung der massgebenden Gewinne der Unternehmen mit kantonalem Steuerstatus.

*In den Grafiken sind die "Wechselkantone" Basel-Landschaft, Schaffhausen und Tessin, welche in der Vergangenheit vom Nehmer- zum Geberkanton wurden, in der Berechnung der Steuerausschöpfungsquoten nicht mitberücksichtigt. Das Tessin ist seit 2014 wieder ressourcenschwach. Die Kantone Basel-Landschaft und Schaffhausen wechseln 2016 zu den Nehmerkantonen. Mit dem Ausschluss der drei Kantonen ist garantiert, dass die Veränderungen auf der effektiven Steuerausschöpfung basieren und nicht durch die "Wechselkantone" verzerrt werden.